USB-Laufwerke und Netzwerkfreigaben
Aus open7x0.org
Dieses HowTo beschreibt die Einrichtung und Verwendung von USB-Laufwerken und Netzwerkfreigaben.
Inhaltsverzeichnis |
Einleitung
Der VDR läßt sich nur sinnvoll einsetzen, wenn auch ein Aufnahmemedium vorhanden ist. Da die Geräte der Gigaset M7x0 ohne solches ausgeliefert werden, muss jeder Nutzer selbst für ein Aufnahmemedium sorgen. Dank der vorhanden Schnittstellen bieten sich zwei grundsätzliche Varianten an: USB-Laufwerke und Netzwerkfreigaben.
Primär ist die Wahl einer der beiden Möglichkeiten reine Geschmackssache. Dennoch haben beide Varianten ihre zum Teil eindeutigen Vorteile:
- USB-Platten ohne externe Stromversorgung werden korrekt ein- und ausgeschaltet, was den Stromverbrauch minimiert. Externe Stromversorgungen lassen sich mittels passenden Steckerleisten schalten.
- Die Zugriffsgeschwindigkeit und der Datendurchsatz auf USB-Platten ist höher als auf Netzwerklaufwerke.
- Netzwerklaufwerke erlauben dagegen einen schnelleren Zugriff von anderen Rechnern.
- Für den Betrieb mehrerer M7x0 bietet sich ein gemeinsames Video-Verzeichnis gerade zu an, weil die Aufnahmen der einen Box dann schon während der Aufnahme den anderen Boxen zur Wiedergabe zur Verfügung stehen. Und ein gemeinsames Video-Verzeichnis funktioniert ausschließlich mit einer Netzwerkfreigabe.
USB-Laufwerke
An der Box können bis zu zwei USB-Laufwerke (Platten oder Sticks) angeschlossen werden. USB-Hubs zur Portvervielfachung werden nicht unterstützt.
Die VDR-Firmware mountet die USB-Laufwerke automatisch. Für die Abmeldung eines USB-Laufwerkes muss man sich am System mittels TELNET anmelden und die Platten mittels umount freigeben. Die Freigabe darf nicht durchgeführt werden, wenn der VDR läuft und auf die Platte zugreift.
Es ist auch möglich, auf die USB-Laufwerke von außen via Netzwerk zuzugreifen. Auf der Box läuft ein FTP-Server mit dem direkt auf die Daten zugegriffen werden kann.
Bei der Einrichtung hat man primär die Wahl zwischen den Dateisystemen VFAT, ext2 und ext3, wobei das open7x0-Team klar ext2 empfiehlt. Außerdem muss man sich überlegen, ob man die Platten partitioniert, weil zu große Partitionen (größer als 250 GB) aufgrund des geringen Hauptspeichers der Box nicht mehr auf Fehlerfreiheit überprüft werden können. Diese Partitionen können dann aber wieder gemeinsam für die VDR-Aufnahmen verwendet werden (siehe Abschnitt ' Aufnahmeverzeichnisse').
Partitionierung
Mit dem Kommando
fdisk -l
kann man sich die Partitionen der angeschlossenen USB-Laufwerke anzeigen lassen. Im Normalfall ähnelt die Ausgabe dem Folgenden, wobei hier ein USB-Stick mit 2 Partitionen am USB-Port hängt:
Disk /dev/sda: 256 MB, 256901120 bytes 16 heads, 32 sectors/track, 980 cylinders Units = cylinders of 512 * 512 = 262144 bytes Device Boot Start End Blocks Id System /dev/sda1 1 500 127984 e Win95 FAT16 (LBA) /dev/sda2 501 980 122880 5 Extended /dev/sda5 501 980 122864 83 Linux
/dev/sda steht für die USB-Festplatte und /dev/sda1 und /dev/sda5 sind die beiden Partition des USB-Sticks. Für eine VFAT-Partition sollte 'Id' den Wert 'e' haben, für eine Linux-Partition den Wert '83'. Andere Werte sollten auf den richtigen Wert umgestellt werden. Hierzu können die folgenden Befehlen verwendet werden, wobei die Zeichen ab dem '#'-Zeichen nur zur Info dienen und nicht eingegeben werden dürfen. Außerdem sollte die Ausgabe von fdisk gründlich gelesen und verstanden werden:
# Ersteinmal einen Überlick verschaffen fdisk -l # Und nun die Einstellungen vornhemen fdisk /dev/xxxx # Hier das richtige USB-Laufwerk verwenden p # [P]rint Partitionstabelle; zur Info t # setze den [T]yp einer Partition 1 # Partition [1] (Achtung: Dies Eingabe wird übersprungen wenn USB-Laufwerk nur eine Partition enthält) 83 # Typnummer [83] fuer ein Linux Dateisystem p # [P]rint: nochmals Partitionstabelle anzeigen w # [W]rite: schreiben der Partitionstabelle auf Festplatte
VFAT
Die Verwendung von VFAT scheint nahe zu liegen, da es ja alle verwenden und es sowohl von Linux als auch von Windows unterstützt wird.
Tatsächlich kann man von VFAT nur abraten:
- Es gibt erhebliche Fragmentierungsprobleme: Nach einiger Zeit werden die Zugriffe wesentlich langsamer.
- Der Plattencheck ist nicht automatisiert und dauert sehr lange.
- Und mit einem passenden ext2-Treiber für Windows fällt auch der Vorteil der Windows-Unterstützung weg.
ext2/3
ext2 ist das natürliche Dateisystem für Linux und ext3 ist die Journaling-Erweiterung von ext2. ext2 wurde von vorneherein für den Multiuser-/Multitaskbetrieb ausgelegt und hat u.a. die folgenden Eigenschaften:
- Fragmentierung spielt keine Rolle. Und weil dem so ist, gibt es noch nicht einmal vernünftige Defragmentier-Programme für ext2.
- Im Partitonsheader werden Informationen (Intervall und Mount-Anzahl) für gewollte Plattenchecks abgelegt, so dass eine automatische Überprüfung alle x Monate einstellbar ist.
- Im Partitonsheader wird auch abgelegt, ob die Platte sauber freigegeben (umount) wurde. Auch dieses ist für den automatischen Plattencheck wichtig.
Die Informationen aus dem Header lassen sich abrufen mit:
# Partitionsnamen anpassen, "fdisk -l" liefert eine Übersicht tunefs -l /dev/xxxx
Der Vorteil von ext3, das Journaling, ist auf der Box fraglich. Auf jeden Fall verringert es die Zugriffsgeschwindigkeit.
- Daher empfehlen wir 'ext2'.
Formatierung
Die Partition wird mit dem Programm mke2fs formatiert. Dabei können/sollten die folgenden Optionen eingesetzt werden:
-b 4096
Bei der Formatierung einer ext2 Platte >60GB sollte man darauf achten, dass die Block-Größe 4096 beträgt.
-i 65536
Wird die Partiton als Aufnahmemedium für den VDR, als MP3- oder Bildarchiv verwendet, dann sollte man die Anzahl der Inodes verringern, z.B. auf 1 Inode pro 128 KiB. Allerdings beschränkt man damit auch die Anzahl der möglichen Dateien, denn jede Datei, jedes Verzeichnis und jeder Softlink benötigt einen Inode. Und der Wert von "1 Inode pro 128 KiB" bedeutet, dass man z.B. auf einer 100 GiB großen Partition 102400 Dateien+Verzeichnisse+Softlinks anlegen kann. Ein nachträgliches Ändern dieses Wertes ist nicht möglich, ohne den Inhalt der Partition zu verlieren.
-m 0
Mit der Option -m legt man die root-Reserve fest. Dieser Speicherbereich wird den normalen Benutzern vorenthalten; die Platte meldet sich vorher als voll. Da die Box aber ausschließlich mit dem Nutzer 'root' auf die Platte zugreift, bleibt die root-Reserve nahezu wirkungslos. Nur die Anzeige des freien Speichers wird beeinflußt. Daher kann durchaus -m0 verwendet werden. Dieser Wert läßt sich später auch noch mit tune2fs korrigieren.
-J
Mit der Option -J kann man das Journaling und damit ext3 aktivieren. Mittels tune2fs kann man das Journaling zu einem späteren Zeitpunkt aktivieren (Option '-j') bzw. deaktivieren (Option '-O^has_journal').
Die Formatierung einer ext2/3-Partition geschieht nun wie folgt:
# ersteinmal alle Partitionen anzeigen lassen fdisk -l # Danach die gewünschte Partition formatieren, z.B. mke2fs -i 65536 -m 0 /dev/sdax # Parameter anschauen tune2fs -l /dev/xxxx # Den automatischen-Check-Zeitpunkt auf 180 Tage hochsetzen (siehe auch folgende Beschreibung) tune2fs -i 180d -C 180 /dev/xxxx # Und nochmals Parameter anschauen tune2fs -l /dev/xxxx
Tuning
Nach der Formatierung kann man noch ein paar Parameter mit tune2fs einstellen. Die interessantesten Optionen sind:
-l
Die Option -l sorgt für die Ausgabe aller eingestellten Optionen und einiger weiterer Parameter und Zähler.
-m reserved-blocks-percentage
Mit dieser Option läßt sich die root-Reserve einstellen.
-i interval-between-checks[d|m|w] -C mount-count
Mit den beiden Optionen läßt sich der Zeitraum und die Anzahl der mount-Vorgänge einstellen, bei deren Erreichen die Partition auf jeden Fall gecheckt werden soll. Die Partition wird dann bei dem am frühesten auftretenden Ereignis gecheckt. Sie wird aber auf jeden Fall gecheckt, wenn sich nicht sauber freigegeben (umount) wurde. Nach einem Partitionscheck beginnen beide Zähler wieder bei Null.
-L volume-label
Mit dieser Option kann der Partition ein Name (Label) gegeben werden. Das erleichter später, z.B. am PC, die verschiedenen Partitionen bzw. USB-Laufwerke auseinandrzuhalten. Der Name darf maximal 16 Zeichen lang sein. Leerzeichen und Umlaute sind möglich, aber nicht zu empfehlen. Enthält der Name Leerzeichen, so muss er von Anführungszeichen umschlossen sein. Diese Option wird auch von mke2fs verstanden.
Eine ausführlichere Beschreibung der Programme mke2fs und tune2fs sowie derer Optionen ist unter »man 8 mke2fs« bzw. »man 8 tune2fs« abgelegt.
Netzwerkfreigaben
Bei einem Netzwerklaufwerk stellt ein Server einen Datenbereich zur Verfügung, der im Client (die Box ist ein solcher Client) meißt als Laufwerk eingeblendet wird. Der Datenbereich kann ein Teil einer Server-Partition sein; er kann sich aber auch über mehrere Laufwerke oder sogar mehrere Rechner erstrecken, die dazu noch unterschiedliche Dateisysteme verwenden können. Dieses alles wird alleinig durch den Server festgelegt. Der Client sieht nur den einen Datenbereich und erkennt auch das bzw. die tatsächlich genutzten Dateisysteme nicht.
Damit Client und Server sich unterhalten können, verwenden sie ein gemeinsames Protokoll. Heutzutage üblich sind NFS (entstand in der Unix-Welt, von Sun) und die Familie SMB/CIFS (von Microsoft), die jedoch auch andere Dienste wie z.B. Druckerfreigaben zur Verfügung stellt. Ein klassisches und heutzutage nicht mehr verwendetes Protokoll ist Netware von Novell.
Um besondere Eigenschaften wie z.B. den Softlink, zu verwenden, muss sowohl das Netzwerkprotokoll als auch das Dateisystem des Servers diese Eigenschaften anbieten. So sind Softlinks im allgemeinen nur in der Kombination von NFS mit einem serverseitigem Unix-Dateisystem möglich.
NFS
SMB/CIFS
Multiboxbetrieb
Aufnahmeverzeichnisse
Warn-Mails
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