Wavebox-Migration

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[[category::VDR Firmware]] Die Wavebox-Migration ist einerseits ein Konzept, um den Wechsel von einer Wavebox-Firmware zur VDR Firmware und zurück zu vereinfachen. Andererseits ist es ein Programm (genauer: ein Script), welches Wavebox-Einstellungen auswertet und daraus VDR-Einstellungen generiert.


Inhaltsverzeichnis


Einleitung: Speicherstellen

In der Box gibt es verschiedene Speicherstellen mit unterschiedlichen Eigenschaften:

Das Root-File-System

Das Root-File-System liegt im Flash-RAM in einem Nur-Lese-Bereich und wird bei jedem Firmware-Wechsel überschrieben, wobei sowhl VDR als auch Wavebox diesen Bereich nutzen.

Das Verzeichnis /var/etc

Das Verzeichnis '/var/etc' liegt in der RAM-Disk und enthält die Einstellungen (u.a. Netzwerk, Sender, ...) der Wavebox. Beim Systemstart werden die Daten aus dem Flash-RAM dorthin kopiert und beim Abschalten werden die Daten zurück kopiert.

Der VDR benötigt dieses Verzeichnis (fast) nur lesend:

  1. Die Daten werden zur eigentlichen Migration ausgewertet. Dabei wird eine Sicherheitskopie in '/opt/local/var-etc' angelegt.
  2. Um einen Faktory-Reset festzustellen, wird die Datei 'vdr-ok' erzeugt. Ein Faktory-Reset würde diese Datei wieder löschen.

Das Verzeichnis /data

Das Verzeichnis /data wird direkt ins Flash-RAM gemounted und ist daher ein relativ langsames Schreib und Lese-Medium. Die Wavebox-Fimrware nutzt den Datenbereich u.a. für das Programm 'wavebox', für Skins, EPG und die Timer.

Die VDR Firmware speichert im Verzeichnis /data/vdr-fw (sichtbar als /opt) ihre Konfigurationsdateien. Um den benötigten Speicherplatz zu gewinnen, löscht sie das Programm 'wavebox' und dessen Skins und EPG. Die restlichen Dateien bleiben unverändert.

Von der Wavebox zum VDR

Die VDR-FW befindet sich im VDR-Download-Bereich. Dieses o7o-Archiv erzeugt eine WSW-Datei, die dann installiert werden kann. Bei der erzeugten WSW-Datei handelt es sich übrigens um ein Update im Mini-Format. Ich habe es mit der VDR-FW getestet, es sollte aber auch auf einer Lemmi Firmware laufen.

Zur Ausführung des o7o-Archives kann eine Lemmi Firmware verwendet werden, am besten eine Version ab dem 9.1.2007. Denn diese Firmware-Versionen legen Sicherheitskopien der Wavebox-Dateien, die durch die VDR-Firmware gelöscht werden, im Unterverzeichnis ./wavebox-backup an. Und so ist es durch das Einspielen einer Lemmi-Mini-Firmware möglich, die Wavebox mit allen Timern und Einstellungen wieder in Betrieb zu nehemen. (siehe auch Vom VDR zur Wavebox).

Die Ausführung des o7o-Archives wird über den Menu-Punkt #8 des Boot-Menus gestartet. Auch via telnet und dem Kommando

o7o-exec /path_to/vdr-fw.o7o
läßt sich das o7o-Archiv installieren, aber ohne die oben genannten Sicherheitskopien.

Nach dem Neustart erscheint zuerst die Firmware-Version auf dem Bildschirm. Beim ersten Start wird automatisch das Programm 'wavebox-migration' aufgerufen, um die Einstellungen der Wavebox zu übernehmen.

Auch in der VDR-Firmware gibt es wieder eine Datei mit vielen Einstellungen, den VDR Konfigurations-Parametern. Diese können jedoch alle über das OSD des laufenden VDRs eingestellt werden. Weitere Einstellmöglichkeiten sind im Artikel »VDR Firmware Konfiguration« im Abschnitt »Einstellungen vornehmen« beschrieben.

VDR #1 bis #4

Die Konfiguration unterstützt bis zu 4 verschiedene VDR-Einstellungen.

VDR #1 ist dabei nicht konfigurierbar und verwendet das in der VDR Firmware integrierte VDR-Programm mit dessen Plugins. VDR #1 ist für den reinen TV-Betrieb konfiguriert und unterstützt keinerlei Aufnahme-Medium. Daher kann VDR #1 immer aufgerufen und für die Einstellungen verwendet werden.

VDR #2 bis #4 sind dagegen konfigurierbar und werden von der Wavebox-Migration unterschiedlich vorbelegt. Dieses Vorbelegung kann natürlich beliebig geändert werden.

VDR #2 funktioniert fast genauso wie VDR #1, jedoch wird das Aufnahmeverzeichnis (Parameter CONFIG_VDR_VIDEO_PATH) verwendet. VDR #3 verwendet nicht nur das Aufnahmeverzeichnis, sondern legt auch die Konfiguration des VDR exteren ab (Parameter CONFIG_VDR3_CONFIG_PATH) VDR #4 verwendet keinerlei internen Dinge. Selbst das Programm und die Plugins werden exteren erwartet.

Mit dem Parameter CONFIG_VDR_STANDARD kann der VDR ausgewählt werden, der normalerweise (z.B. bei einem anliegenden Timer) gestartet werden soll.

Vom VDR zur Wavebox

Wurde die VDR-Installation mit einer Lemmi-Firmware ab dem 9.1.2007 vorgenommen, dann reicht das Einspielen einer Lemmi-Mini-Firmware, um die Wavebox wieder in Betrieb zu nehmen. Durch die Verwendung der Mini-Version bleiben die VDR-Einstellungen erhalten.

Wenn dieses nicht funktioniert, dann muss eine beliebige Wavebox-Firmware (Siemens oder Lemmi) eingespielt werden. Dabei wird die Box zurückgesetzt und alle Timer und auch alle VDR-Einstellungen gehen verloren.

Das Programm 'wavebox-migration'

Das Programm ist mehr oder weniger selbsterklärend. Durch den Aufruf von

wavebox-migration --help

erscheint die folgende Hilfe:

wavebox-migration [option]...

  Options:

    -C  --config num  use configuration #num (1..9), default=#1 (/opt/local/etc1)

    -L  --load        copy missing wb settings from flash to /opt/var-etc
    -A  --load-all    copy all wb settings from flash to /opt/var-etc

    -n  --net         migrate network settings (resolve,hosts,dhcp,ip,...)
    -s  --shares      build a /opt/local/etc/fstab for PC1..PC5
    -c  --channel     setup vdr channel list fram wavebox channel list
    -l  --lemmi       migrate lemmi-settings
    -a  --all         all of above ==> -nscl
    -f  --force       overwrite existing config files

    -h  --help        print this help
    -v  --verbose     be verbose
    -q  --quiet       be quiet

Das Programm kann manuell auf der Konsole oder über das Konfigurations-Menu (Optionen --all --force) aufgerufen werden.

Links zum Thema »VDR Firmware« 

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